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DIS / CONNECTING / MEDIA

«pronto?»

Und plötzlich war es da: Die Rede ist vom Telefon, jenem Medium, das für eine bestimmte Dauer auf unheimliche Weise einen technisch-sozialen Raum der Tele-Präsenz zu generieren vermag. Unvorhörbar eröffnet sein «hysterisches Plärren» (Flusser) einen strikt relationalen dritten Raum zwischen zwei Orten, in welchem für eine Weile Stimme und Ohr der beiden Gesprächspartner vom Visuellen abgekoppelt sind. Dieser akusmatische Entzug als Effekt einer Dis-Symmetrie von Stimme und Bild im ambivalenten Moment von Verbindung und Trennung fasziniert seit den Ursprüngen des Mediums Telefon als ubiquitäres Phänomen gleichermassen Alltagsnutzer, Künstler sowie Wissenschaftler.

«wo bist du?»

Mit der Mobilisierung des einst statischen Rituals des Telefonierens hat ein entscheidender Wandel der medialen Konfigurationen von Raum und Präsenz stattgefunden. Emanzipiert von der Ortsgebundenheit des Fest-Netzes und ´allgegenwärtig´ eingebunden in ein universales Datennetzwerk ist das mobile Subjekt neuen, sich verschiebenden Konstellationen von Verfügbarkeit, (De-) Lokalisierung und Kontrolle ausgesetzt. Das mediale und kommunikative Potential des Telefons konstituiert sich unter diesen Bedingungen radikal neu, verbunden mit neuen Bildern und Vorstellungen von An- und Abwesenheit, Nähe und Distanz, «hier» und «dort». Im Zuge dieser aktuellen Entwicklungen im Bereich der Mobil- und Onlinetelefonie gewinnt der wissenschaftliche Diskurs um das Medium (Mobil-) Telefon an neuer Brisanz.

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